Über uns


Mitten in der Moorlandschaft am Rande von Beverstedt, eingebettet auf einer idyllischen Sandbank, liegt unser Naturjuwel auf 40.000 qm Fläche. Unser Vater, Ahmad Iqbal, gründete 1982 das erste EDV-Unternehmen der IQBAL-Unternehmensgruppe im Einzelhandel im Elbe-Weser-Dreieck.

Eine kurze Geschichte über Godfather Amed Iqbal als Familienoberhaupt und Geschäftsführer.
*1951 – 2021

Wir haben kein Konzept – wir haben eine Geschichte

Eine Geschichte, die beginnt mit meinen Urgroßeltern, die als Moorbauern unser Grundstück 1912 in der Wesermündung – im damaligen Altkreis Wesermünde, zwischen Bremen und Bremerhaven – zugewiesen bekamen, und urbar und bewohnbar machten.

Die heutige „Hütte“ (ehem. Bauernhaus) wurde 1926 errichtet und 1977 weitergeführt durch unseren Vater – den ersten Asiaten in dieser Gegend. Die Menschen wussten nicht recht, was sie mit ihm anfangen sollten. War er ein Japaner? Ein Farbiger? Ein Afrikaner? Ein Eskimo? Keiner kam auf die Idee, dass er Inder war – ein Mann mit sanften Augen und stiller Stärke, der hier in Norddeutschland Wurzeln schlagen sollte. Für uns Kinder war er kein Rätsel, sondern einfach Papa.

Dass er bleiben konnte, hat auch mit dem Haus unserer Mutter zu tun. Sie stammt aus einem tief gläubigen Elternhaus, das seit dem 2. Weltkrieg offen war für Menschen aus allen Richtungen. Flüchtlinge, Reisende, Freunde – jeder konnte sich setzen, jeder konnte bleiben. Am Tisch wird bis heute immer für eine Person mehr eingedeckt. Denn vielleicht setzt sich ja noch jemand dazu. Dann teilt man, was da ist – und es reicht. Immer. So war es nie eine Seltenheit, dass Menschen von allen Kontinenten zusammen aßen, lachten und erzählten. Generationen, Kulturen, Religionen. In unserer Hütte gibt es keine Unterschiede.

1982 gründeten unsere Eltern das erste private Groß-EDV-Unternehmen im Elbe-Weser-Dreieck. Alles begann in einer Ecke des Wohnzimmers, wo drei Telefone standen – für drei verschiedene Firmen. Unsere Mutter musste immer aufpassen, mit welchem Firmennamen sie sich meldete, während unser Vater jede Aufgabe jonglierte, die das junge Unternehmen gerade forderte. Sie stellten sich nach außen als große Firma dar, während sie hinter den Kulissen jeden Auftrag, jede Frage, jede Rechnung mit allen Mitteln meisterten, die ihnen zur Verfügung standen.

Der erste große Auftrag kam von den Dräger Werken in Lübeck, weil unser Vater den Mut hatte, neben den riesigen Konkurrenten zu pokern. David gegen Goliath – und er gewann. Jahre später fragte unsere Mutter den EDV-Leiter der Firma, warum sie damals den Auftrag bekommen hatten. Die Antwort war einfach: „Ihr Mann und sein Kollege waren nicht so arrogant wie die anderen. Sie konnten jede Frage sofort beantworten, kaufmännisch oder technisch, ohne erst in der jeweiligen Abteilung nachfragen zu müssen. Die Großen waren zu hochmütig.“

Doch die Welt veränderte sich. Nach 9/11 zerbrachen Geschäftsmodelle, Mitarbeiter mussten gehen, Räume standen leer. In dieser Not betete meine Mutter: „Lieber Gott, hast du einen Plan?“ Und der Plan zeigte sich. Aus Schulungsräumen wurden Ferienwohnungen, aus Büroräumen Heimat für Gäste. Dann kam Corona. Und in dieser Zeit ihr der größte Verlust: Wir mussten Abschied nehmen von unserem Vater. Sein Tod war ein tiefer Einschnitt – und doch lebt er weiter. In uns, in diesem Haus, in den indischen Abenden, die wir bis heute dreimal im Jahr feiern. Dann füllt sich die Luft mit Düften, Klängen und Farben seiner Heimat. Dann spüren wir: Er ist noch da.

Heute ist die Hütte ein Ort der Vielfalt: Ferienwohnungen, Camping, Festlichkeiten, Heilpraxis, Wellness, Heilberaterschule – alles unter einem Dach, aber nichts davon ist gewöhnlich. Wir sind kein Hotel von der Stange. Wir sind kein Konzept. Wir sind ein Haus, eine Geschichte, ein gelebtes Miteinander. Ein Ort, der die Vergangenheit ehrt, die Gegenwart lebt und die Zukunft mit offenem Herzen empfängt. Häufige Gäste-Aussagen sind: „Wer hier nicht entspannen kann, der kann es auch sonst nirgendwo. Wer die Stille nicht spürt, die Natur nicht atmet, die Wärme nicht teilt – der spürt sie nirgendwo. Und wisst ihr, dass ihr im Paradies lebt?“ Hier, in der Iqbal-Hütte, lebt der Hüttengeist – nicht gruselig, sondern im schönsten Sinn: eine Seele, die diese Mauern erfüllt, die Geschichten der Vergangenheit atmet und die Gäste sanft willkommen heißt. Die Frage unserer Gäste ist oft verständlich: Was genau ist das hier eigentlich? Die Antwort? Wir wissen es selbst nicht immer. Wir wissen nur: Wir haben eine Geschichte.
Und sie lebt – in jedem Raum, an jedem Tisch, in jedem Lachen, in jedem Moment.

Gudrun, Rabea & Jamal Iqbal